jhoffmann

Der Juli bleibt leicht wechselhaft mit sommerlichen Phasen
Nach Kaltfrontpassage wieder neues Hoch am Wochenende

10.07.2020: Eine markante Luftmassengrenze trennte in den letzten Tagen eine kühle Nordhälfte von einer sommerlichen Südhälfte in Deutschland.
Dabei profitierten wir im Saarland von der Hochzelle XABI, die sich aus einem Azorenhochkeil gebildet hatte, während die Großwetterlage einen umfangreichen Tiefdruckkomplex über dem Nordmeer und Skandinavien gezeigt hat. Dabei wanderte das kleine Wellentief XOCHILvon England über Norddeutschland ostwärts und brachte bis zu den Mittelgebirgen Regen.
Gestern gerieten wir in den Warmsektor des ehemaligen Tropensturms EDOUARD, der über dem Nordatlantik in ein normales Tief umgewandelt wurde und heute über die Nordsee ostwärts wandert.
Auf seiner Vorderseite saugte ex-EDOUARD einen Schwall Subtropikluft aus Südwesteuropa an, so dass wir in den Genuss eines kurzen Hochsommer-Gastspiels mit Temperaturen von 30 Grad kamen. Dessen Kaltfront wird bis heute Abend Deutschland überqueren und die heiße Luftmasse durch erwärmte, maritime Polarluft ersetzen, die am Wochenende wieder rasch unter Einfluss des neuen Hochs YOANN mit Kern über Westeuropa geraten wird.
Somit stellt sich wieder freundliches Sommerwetter ein, zunächst ist es noch mäßig-warm, ehe zu Wochenbeginn die Temperaturen wieder auf Werte um 26 Grad ansteigen.
Insgesamt soll sich die Hochdrucklage in der nächsten Woche als eher fragil erweisen, denn aus Nordwesten könnten Tiefausläufer die Schwachstelle des Hochs nutzen und auf Deutschland übergreifen.
Heute ist es anfangs noch teils heiter, bevor die Bewölkung im Tagesverlauf dichter wird und nachmittags mit Passage der Kaltfront von ex-EDOUARD Schauer durchziehen können. Allerdings werden bei uns nur geringe Regenmengen berechnet. Der Wind dreht von Südwest auf West bis Nordwest und frischt stark böig auf, die Höchstwerte liegen um 25 Grad.
Morgen macht sich aus Westen bereits das neue Hoch YOANN bemerkbar, der Wind dreht auf Nord bis Nordost und bei einem Wechselspiel aus Sonne und kompakten Quellwolken ist es trocken bei 20 bis 22 Grad.
Der Sonntag wird sonnig bis leicht bewölkt und mäßig-warm bei Temperaturen um 23 Grad.
Auch der Start in die die neue Woche gestaltet sich sommerlich mit Sonnenschein und einigen Wolken, wobei die Temperaturen am Montag und Dienstag auf 24 bis 26 Grad steigen.
Am Mittwoch könnte sich eine Tiefdruckrinne aus Westen einschleichen, da sich das Hoch ostwärts verabschiedet. Dabei wird es wolkig mit einigen Schauern und die Luft kühlt auf Werte um 21 Grad ab.
In der zweiten Wochenhälfte soll sich wieder ein Hochdruckkeil ausdehnen, aber die Luft bleibt feucht und bei einer leicht wechselhaften Mischung aus Sonne und Quellwolken sind Schauer oder Gewitter möglich. Mit Temperaturen von 25 bis 28 Grad bleibt es sommerlich-warm.
Nachdem jetzt der wichtige Siebenschläfer-Zeitraum zu Ende gegangen ist, lässt sich ein Trend zu einem Pendel-Sommer ableiten, der von einem abwechslungsreichen Charakter zwischen Hochs und Tiefs geprägt sein wird, wobei sich insgesamt wohl eher durchschnittliches Sommerwetter bei uns einstellen wird. Dabei kann kurzzeitig auch mal heiße Mittelmeerluft über die Alpen schwappen, aber rasch werden Tiefs aus Nordwesten wieder diese Luftmasse vertreiben. Ein Trend zu einer stabiler Wetterlage ist mittelfristig nicht zu erkennen.
Trotz der Wechselhaftigkeit zeichnet sich aber erneut eine Niederschlagsarmut ab, denn bisher sind im Juli in Eiweiler erst die kaum nennenswerte Menge von 4 Zehntel Liter Regen pro Quadratmeter (0,4 mm) gefallen. Aufgrund der für unsere Region eher mageren Aussichten beim Niederschlag in absehbarer Zeit, steuern wir auf den vierten trockenen Monat in Folge zu – so viel lässt sich nach der ersten Juli-Dekade schon sagen.