jhoffmann

Eine massive Hitzewelle rollt heran
Wüstenhafte Gluthitze sorgt für Verschärfung der Dürre

07.08.2020: Nach der kurzen Hitzeperiode zum Monatswechsel, als es am letzten Freitag bis zu 37 Grad heiß wurde, war uns zum Wochenbeginn eine kurze Abkühlungsphase vergönnt, ehe seit gestern schon die nächste Hitzewelle ihren Anfang nahm, die sich bis weit in die nächste Woche halten soll. Hoch DETLEF ging über dem Baltikum vor Anker und heizt uns am Wochenende mit Sonne und wüstenhafter Gluthitze mächtig ein – ein Klima wie am Mittelmeer im Saarland.
Damit wird sich die ohnehin schon enorme Trockenheit und Dürre weiter verschärfen, auch die Waldbrandgefahr steigt bis zur höchsten Warnstufe.
Im bisherigen Sommer erleben wir eine äußerst ungerechte Verteilung der Niederschläge in Deutschland. Während am Wochenanfang in Südbayern am Alpenrand durch massive Regenfälle Hochwasser und Überflutungen auftraten, leidet die gesamte Natur im Saarland extrem an der großen Trockenheit und lechzt regelrecht nach dem so dringend benötigten kostbaren Nass.
Die jetzt heranrollende Hitzewelle hat einen langen Atem, denn die Hochdrucklage erweist sich mit ihrer typischen Omegastruktur der Großwetterlage als sehr stabil und wirkt damit blockierend auf die Tiefausläufer, die im großen Bogen um das Hochdruckbollwerk über Mitteleuropa nach Norden umgelenkt werden. Eine richtige Hitzeglocke wird sich dabei von Nordafrika und die Iberische Halbinsel nordwärts aufwölben und für eine ungewöhnlich lange Andauer der Hitze sorgen, die fast schon an die Dimensionen aus dem legendären August 2003 heranreicht. Damals traten sogar 13 Heiße Tage (über 30 Grad) in Folge auf, wobei an 10 Tagen vom 04. bis 13. August permanent Temperaturen über 35 Grad herrschten und der damalige Rekordwert von 38,5 Grad in Eiweiler gemessen wurde, der bekanntlich im letzten Juli mit 39 Grad übertroffen wurde.
Gerade in den letzten Jahren zeigt sich ein auffälliger Trend zu markanten Hitzewellen, wie 2015, 2018 und natürlich 2019 mit der höchsten jemals in Deutschland gemessenen Temperatur – ob das nur eine Laune der Natur ist oder schon der Klimawandel, wird man wohl erst in Zukunft genau wissen.
Heute ist es sonnig mit einigen Federwolken und trocken bei Höchstwerten um 32 Grad.
Am Samstag und Sonntag herrscht weiter sonnenscheinreiches Hochsommerwetter, es bilden sich höchstens ein paar Quellwolken, da etwas feuchtere Luft durch eine schwache Tiefdruckrinne über Frankreich einsickern kann. Gleichzeitig verstärkt sich der Zustrom der sehr heißen Luftmasse, so dass das Thermometer auf 34 bis 37 Grad ansteigt. Das bisherige Hoch DETLEF verlagert sich nach Osten und über der Nordsee bildet sich schon das neue Hoch EMIL als Nachfolger, das die Regie übernimmt und sich in der kommenden Woche mit seinem Schwerpunkt über Skandinavien einnistet.
Von Montag bis Mittwoch setzt sich der extrem heiße Hochsommer mit Sonnenschein von früh bis spät weiter fort bei Temperaturen zwischen 33 und 36 Grad. Auch in den Nächten kühlt es nicht mehr wirklich ab, denn mit Tiefstwerten um 20 Grad erleben wir tropische Nächte. Die tagsüber wehende, leichte Ostwindbrise trägt ebenfalls nicht zur Erfrischung bei.
In der zweiten Wochenhälfte kann die Hochdruckzone an ihrem Südrand von einer Tiefdruckrinne über Westeuropa langsam unterwandert werden, wodurch die Gewitterneigung steigt. Somit ist es ab Donnerstag teils heiter, teils bewölkt und die Hitze schwächst sich etwas ab auf 28 bis 32 Grad, aber es wird dann zunehmend schwüler. Dabei sind Schauer und Gewitter möglich, die für die ersehnte Erfrischung sorgen.
Aufgrund der extremen Hitzebelastung in den kommenden Tage sollte man ein schattiges Plätzchen aufsuchen, die pralle Sonne meiden und vor allem viel Wasser trinken, um die heißen Hundstage gut zu überstehen.