Wetter im Köllertal

jhoffmann

Mit Volldampf in den Herbst
Tiefdruck-Karusell sorgt für Wolken, Wind, Regen und sehr kühle Luft

25.09.2020: Nach dem kalendarischen Herbstanfang, der uns am Dienstag sogar nochmals mit spätsommerlichen Temperaturen bis 28,2 Grad verwöhnt hat, stellt sich die Wetterlage jetzt komplett um – der Herbst hält nun endgültig Einzug und bläst den Altweibersommer einfach weg. Hoch MANFRED hat ausgedient und sich zum Schwarzen Meer zurückgezogen, so dass der Weg frei wurde für Tiefdruckeinfluss und mit mehreren Frontenpassagen wird immer kühlere Luft herangeführt. Den Anfang machte gestern Tief VALENTIA über dem Nordmeer, das einige Schauer gebracht hat.
Am Wochenende wird sich ein umfangreicher Tiefdruckkomplex von Nordmeer bis zum westlichen Mittelmeer ausweiten. Dabei dreht ein Tiefdruck-Karussell mit Boden- und Höhentiefs genau über Mitteleuropa seine Kreise und es bilden sich immer wieder neue Regengebiete.
Die Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“ bleibt auch über den Monatswechsel hinaus das Maß aller Dinge, die lange Hochdruckdominanz wird eindrucksvoll gebrochen.
So wie es aussieht, sollen auch zum Start in den Oktober Tiefdruckgebiete das Regiment führen, und es deutet sich die längste Regenperiode seit Anfang März an. Dadurch wird die dramatische Trockenheit endlich ihr Ende finden, denn binnen Wochenfrist sind je nach Modell bei uns zwischen 30 und 60 Liter Regen auf den Quadratmeter zu erwarten.
Nach langer Durststrecke kann das enorme Niederschlagsdefizit des Septembers in seinem Endspurt doch noch abgebaut werden.
Nach Abzug der schauerartigen Regenfällen der letzten Nacht, als die Kaltfront von Tief WICCA uns überquert hat, ist es heute wechselnd bewölkt und vor allem nachmittags kommt es zu Schauern. Der Südwestwind frischt böig auf und mit Temperaturen von 12 bis 14 Grad wird es noch etwas kühler als gestern.
Am Samstag ist es stark bewölkt bis bedeckt und es gibt kräftige Schauer und zeitweilige Regenfälle bei einem frischen bis starken Westwind. Die Höchstwerte liegen um 12 Grad.
Das durch den Trogvorstoß über Norditalien entstandene Tief XYLA wandert am Sonntag vollgesaugt mit Feuchtigkeit nach Deutschland und sorgt für länger anhaltende und ergiebige Regenfälle. Mit Temperaturen von nur noch sehr kühlen 8 bis 10 Grad erleben wir einen markanten Absturz in den Vollherbst, es bleibt sehr windig.
Auch am Montag ist mit weiteren Regenfällen zu rechnen, die Temperaturen steigen maximal bis 12 Grad an. Erst am Dienstag schwächt sich das Höhentief ab, bei dichter Bewölkung kann es noch leicht regnen.
Zum Ausklang des Septembers kann sich am Mittwoch vorübergehend mit einigen Auflockerungen eine Wetterberuhigung durch einen von West nach Ost durchschwenkenden Zwischenhochkeil einstellen, es wird etwas milder bei Werten um 15 Grad.
Ab Donnerstag deutet sich aus Nordwesten der nächste Trogvorstoß nach Mitteleuropa an und ein Höhentiefkomplex kann sich wieder regenerieren, es bleibt also unbeständig mit vielen Wolken und zeitweise fällt Regen. Die Temperaturen liegen an den ersten Oktobertagen zwischen 13 und 17 Grad.
Die jetzt beginnende Großwetterlage gleicht auf den Wetterkarten einem umgekehrten Omega, denn westlich von uns liegt über dem Atlantik bis hinauf nach Irland sowie über Russland eine Hochdruckzone, während wir genau dazwischen unter einer mächtigen Tiefdrucklage liegen, die von Nord- bis Südeuropa reicht. Dabei befindet sich die trogartige Einbuchtung mit feucht-kühler Polarluft über Deutschland.
So erleben wir in diesen Tagen einen durchaus markanten Wettersturz vom Altweibersommer in den Herbst.