Wetter im Köllertal

jhoffmann

Die extreme Hitze geht – das Tropenklima bleibt
Schwüle Luft mit Schauern und Gewittern

14.08.2020: Wir erlebten in dieser Woche eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen bis 36,5 Grad. Die Protagonisten auf der Wetterbühne waren das Hoch EMIL mit Schwerpunkt über Nordosteuropa und das ortsfeste Tief HEIKE über Frankreich, die ein stabile Omega-Wetterlage gebildet haben. Dabei war die Luft zunächst trocken, wurde aber mit Übergreifen der Tiefdruckrinne immer schwüler. 7 Tage in Folge lagen die Höchstwerte immer weit über 30 Grad und auch die Nächte kühlten seit Montag nicht mehr unter 20 Grad ab – es gab also auch so genannte Tropennächte.
Eine unerträgliche Schwüle ließ uns mächtig schwitzen, und so brodelte es gewaltig in der Atmosphäre und lokale Gewitter haben sich mancherorts im Saarland entladen. Am Dienstag gingen im Raum St. Wendel und in Saarbrücken schwere Unwetter nieder – in Eiweiler fiel kein Tropfen, lediglich düstere Gewitterwolken am Horizont waren zu sehen und Donnergrollen zu hören.
Die große Hitze hat sich seit gestern zwar etwas abgeschwächt und das Thermometer rutschte knapp unter die 30-Gradmarke, dennoch bleibt in den nächsten Tagen die Zufuhr der feucht-warmen, energiereichen Luftmasse aus Südwesten erhalten, so dass mit Schauern und Gewittern gerechnet werden muss.
Der August zeigt sich weiterhin sommerlich, der Hochsommer geht nun aber jahreszeitlich bedingt mit Beginn der zweiten Augusthälfte in den Spätsommer über. Weder eine nachhaltige Wetterumstellung, noch eine merkliche Abkühlung und flächendeckender Landregen sind vorerst zu erwarten.
Durch die wüstenhaften Hitzewelle hat sich die dramatische Dürre weiter verschärft und die Folgen der extremen Trockenheit sind mittlerweile nicht mehr zu übersehen: Überall steppenartige, braun verdorrte Gras- und Wiesenflächen, Bäume und Sträucher, die sich schon wie im Herbst beginnen zu verfärben und aus Trockenstress Blätter abwerfen. Auffällig ist in den Wäldern, dass manche Buchen teilweise komplett braunes Laub zeigen. Die Böden sind bis in 2 Metern Tiefe derart ausgetrocknet sind, dass die Wurzeln der Bäume kein Wasser mehr bekommen.
Vor diesem Hintergrund brauchen wir dringend regenreiche Monate in nächster Zeit – drei trockene Hitze-Sommer in Folge sind absolut beispiellos und für die gesamte Vegetation ein Super-Gau.
Heute ist es wechselnd bewölkt mit Schauern und Gewittern, nachmittags wird es freundlicher. Mit Temperaturen um 25 Grad wird es endlich erträglicher als an den Vortagen.
Der Schwerpunkt der Gewitterzone verlagert sich am Samstag diagonal über die Mitte Deutschlands, bei uns ist es teils heiter, teils wolkig und es kann einzelne Schauer geben bei Höchstwerten zwischen 26 und 28 Grad.
Die Hitze bäumt sich am Sonntag nochmals auf, ein Hochkeil aus Westen sorgt für sonniges Wetter mit Quellwolken und es ist trocken bei heißen 28 bis 31 Grad.
Am Montag greift die Kaltfront von Tief INGRID bei den Britischen Inseln mit schauerartigen und gewittrigen Regenfällen über. Rückseitig der Front wird es ab dem Nachmittag wieder freundlicher mit Aufheiterungen. Es bleibt schwül bei 23 bis 25 Grad.
Am Dienstag setzt sich wieder Hochdruckeinfluss durch und bis Donnerstag wechseln sich Sonne und Wolken ab, die Temperaturen steigen wieder auf 26 bis 30 Grad an, ehe gegen Ende der Woche ein markanter Trog über Westeuropa mit Schauern und Gewittern übergreifen soll, der nachfolgend für eine merkliche Abkühlung auf 20 Grad sorgen kann.
So wie es aussieht, wird die Hitze also in Etappen langsam abgebaut, bis wir wieder richtig Durchlüften können, brauchen wir noch etwas Geduld.