Tief PHILIPP brachte große Wetterkontraste in Deutschland
Launsicher April macht was er will

05.04.2019: Willkommen im April, der bekanntlich gerne macht, was er will, denn die Witterung ist oft von großer Launenhaftigkeit geprägt.
Gegensätzliche Wetterlagen wechseln sich in bunter Folge ab: „Wohl hundertmal schlägt das Wetter um, das ist des Aprils Privilegium“, so bringt es ein bekannter Spruch treffend auf den Punkt.
Nachdem der April zu Wochenbeginn dank Hoch JANA über Osteuropa noch richtig frühlingshaft mit Temperaturen um 17 Grad an den Start gegangen ist, folgte rasch ein spürbarer Absturz.
Tief PHILIPP zog von Schottland mit seinem Kern zur Nordsee und sorgte mit einem umfangreichen Höhentrog über Deutschland für eine markante Luftmassengrenze, auf deren Ostseite warme Luft aus Süden strömte, während im Westen grönländische Polarluft wetterbestimmend war. So herrschte beispielsweise gestern in Dresden bei 20 Grad Frühlingswetter, während der Spätwinter im Schwarzwald mit viel Neuschnee nochmals zurückkehrte.
Auch bei uns im Köllertal herrschte nass-kaltes Regenwetter bei Temperaturen von 5 bis 6 Grad. Am Wochenende löst sich diese extreme Grenzwetterlage wieder auf, und es wird auch bei uns wieder milder und zeitweise freundlicher, obwohl es insgesamt aber wechselhaft bleiben wird. Der Höhentrog verlagert sich ab heute westwärts, dadurch dreht die Strömung auf Nordost.
Der April lässt sich in nächster Zeit aber nur schwer in seine Karten schauen, er zeigt sich launisch und unbeständig. Eine umfangreiche Tiefdruckrinne verläuft in den kommenden Tagen weiterhin von den Azoren über Mitteleuropa bis zum östlichen Mittelmeerraum, während auf der anderen Seite zwischen Island und Skandinavien eine Hochdruckzone liegt. Somit herrscht das Muster einer gestörten Zirkulation vor, da die Westdrift durch den hohen Luftdruck blockiert wird und die Tiefs gezwungen werden über Westeuropa Richtung Mittelmeer zu ziehen. Von dort können sie mit der östlichen Grundströmung jedoch nach Deutschland wandern.
Heute ist es nach leichtem Nachtfrost zunächst teils neblig-trüb, später gibt es Auflockerungen und es wechseln sich Aufheiterungen mit dichteren Wolken ab. Mit Höchstwerten um 10 Grad wird es etwas milder als an den beiden Vortagen.
Der Samstag zeigt sich teils stärker bewölkt, teils aufgelockert und unter leichtem Zwischenhocheinfluss gibt es zeitweise auch heitere Phasen. Aus Südost wird wieder deutlich mildere Luft zu uns geführt, so dass die Temperaturen auf 13 bis 15 Grad steigen.
Zunächst startet der Sonntag freundlich mit sonnigen Momenten, ehe es im Tagesverlauf wolkiger wird und später Schauer möglich sind. Die Temperaturen liegen um 16 Grad. Der Montag verläuft teils heiter, teils bewölkt und nachmittags bilden sich Schauer bei sehr milden 15 bis 17 Grad. Innerhalb der zwischen West- und Mitteleuropa hin und her pendelnden Tiefdruckzone ziehen in der nächsten Woche immer wieder kleine Höhentiefs ihre Kreise, was die genaue Wetterprognose nicht so einfach macht. Bei wechselnder bis starker Bewölkung muss dabei ab und zu mit schauerartigen Regenfällen gerechnet werden. Anfangs ist es noch mild bei Höchstwerten bis 14 Grad, bevor es in der zweiten Wochenhälfte auf 8 bis 12 Grad abkühlen soll.
Insgesamt deutet sich zur Monatsmitte eher aprilfrische Witterung mit möglichen Kaltlufteinbrüchen aus Norden als mildes Frühlingswetter an.
Der zu Ende gegangene März fiel bei einem Mittelwert von 6,9 Grad um 2,3 Grad zu mild aus. Aufgrund der ausgeprägten Westwetterlage verlief der März regenreich mit einer Niederschlagssumme von 86,6 Liter pro Quadratmeter, was einen Überschuss von einem Drittel im Vergleich zur Norm bedeutet. Der März brachte es nur noch auf 4 Frosttage, im langjährigen Schnitt wären 13 Frosttage üblich.
Bleibt zu hoffen, dass wir jetzt im April von Spätfrösten, die die Obstbaumblüte schädigen könnten, verschont bleiben.