Der Winter macht jetzt Ernst
Trocken-kalte Luft aus Russland bringt Dauerfrost

17.01.2019: Nachdem die erste Hälfte des meteorologischen Winters recht mild und nur wenig winterlich verlaufen ist – nur ein einziger Tag mit einer Schneedecke (dritter Advent) unterstreicht die ernüchternde Halbzeitbilanz – bringt die letzte Januardekade jetzt einen Wendepunkt.


Der Winter macht nicht nur einen Fuß in die Tür, er scheint vielmehr ernsthafte Ambitionen zum Eintreten zu haben und Väterchen Frost streckt seine Fühler mit trocken-kaltem Winterwetter aus Nordosteuropa zu uns aus.
Im Verlauf der nächsten Woche soll sich die Kaltluftzufuhr sogar noch etwas verschärfen, wenn ein böig auffrischender Ostwind eisige Dauerfrostluft aus Russland nach Deutschland weht.
Ein kleinräumiges Tief über Frankreich könnte dabei am Sonntag und Montag je nach genauer Zugbahn in unserer Region für eine weiße Überraschung sorgen.


Das gestern nach Finnland gezogene Tief HINNE war der Wegbereiter für den Wetterwechsel, mit Regen und Schauerwetter zog dessen Kaltfront über uns hinweg und auf seiner Rückseite wird ab heute Polarluft aus Nordeuropa angezapft. Heute dehnt sich rasch das neue Hoch BRIGIDA von Ostfrankreich aus und wandert bis morgen ostwärts über Deutschland hinweg. Es ist wechselnd bewölkt mit einigen Aufheiterungen und trocken bei Höchstwerten um 2 Grad.
Am Samstag ist der Kern des Hochs bereits über der Ukraine angekommen und wir liegen in einer schwachen Hochdruckzone, wobei es nach Nebelauflösung teils heiter, teils wolkig ist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Nacht zum Sonntag bringt Nachtfrost bis minus 5 Grad. Tagsüber ist es zunächst freundlich, im Tagesverlauf wird die Bewölkung aber dichter, da sich sich von Frankreich die Wolken des kleinräumigen Tief ILMAR bemerkbar machen. Die Höchstwerte verharren im knappen Dauerfrost von minus 2 bis 0 Grad und ab dem Nachmittag könnte es leicht schneien.
Die neue Woche startet dicht bewölkt und der Ausläufer des sich über Frankreich zum Mittelmeer verlagernden Tiefs streift uns noch mit etwas Schnee. Danach baut sich wieder eine Hochdruckzone vom Atlantik über die Britischen Inseln bis Skandinavien auf. In Verbindung mit tiefem Luftdruck über der Mittelmeerregion stellt sich eine kalte Ostströmung ein. Am Dienstag und Mittwoch herrscht eine freundliche Mischung aus Wolken und Sonnenschein und es ist trocken bei Höchstwerten um minus 2 Grad, nachts muss mit mäßigem Frost bis minus 6 Grad gerechnet werden.

In der zweiten Wochenhälfte deutet sich mit einem neuen arktischen Kaltlufteinbruch eine Frostverschärfung an. Beide führende Vorhersagemodelle, sowohl das amerikanische, als auch das europäische Wettermodell berechnen übereinstimmend bis zum Monatsende eine tiefwinterliche Großwetterlage mit eisiger Kälte und möglichen Schneefällen. Hoher Luftdruck soll sich über Island und Grönland etablieren, wodurch die Westdrift wohl für längere Zeit blockiert werden kann und wir in einer kalten Nord- bis Ostströmung liegen. Durch das Strömungsmuster einer Schnee bringenden Trogwetterlage ziehen Tiefausläufer vom Nordmeer kommend über Mitteleuropa Richtung Mittelmeer.
Bis Freitag bleibt es noch freundlich und trocken bei Tageswerten von minus 4 bis minus 2 Grad und Nachtfrost von minus 6 bis minus 8 Grad. Gegen Ende der Woche sollen dann Schneewolken aufziehen.
Lange hat sich der Winter wirklich schwer getan, doch nun scheint er wirklich Ernst machen zu wollen.