Der Frühwinter klopft zum Monatswechsel an die Tür
Weiße Überraschung am ersten Advent möglich

29.11.2019: Ein ehemaliger Tropensturm bringt auf seiner Rückseite jetzt zum Monatswechsel einen Polarluftvorstoß. Zunächst bescherte das Tief ex-SEBASTIEN mit Kern über Irland an den letzten Tagen windiges, nasses und mildes Spätherbstwetter.
Mit Verlagerung des Tiefs über die Ostsee nach Südfinnland strömt auf dessen Rückseite heute aus Nordwesten ein Schwall Kaltluft ein, die am Samstag unter Zwischenhocheinfluss gerät, ehe uns am Sonntag zum Start in den Dezember das kleine Tief OLAF durchaus eine weiße Überraschung bescheren könnte. Ein Vorgeschmack auf den Winter mit dem ersten Schnee wäre dann möglich.

In der neuen Woche kann sich zunächst trocken-kaltes Wetter mit freundlichen Phasen bei leichtem bis mäßigem Nachtfrost behaupten. Doch der Hochkeil soll rasch wieder nach Osten weg kippen, so dass der Hauch von Frühwinter nicht von langer Dauer ist, und die atlantische Tiefdrucktätigkeit zunächst mit Milderung wieder auf Mitteleuropa übergreifen soll. Allerdings bleibt die Dynamik in der Wetterküche groß und nachfolgend wäre wieder eine nass-kalte Wetterlage zu erwarten.

Heute zieht die Kaltfront des sich nach Skandinavien verlagernden Tiefs ex-SEBASTIEN über Deutschland hinweg, es ist stark bewölkt mit schauerartigem Regen, der im Tagesverlauf nachlässt und nachmittags kommt es zu Auflockerungen. Mit Temperaturen zwischen 6 und 8 Grad wird es schon etwas kühler als an den Vortagen.

Ein Keil des Hochs ROMY wandert am Samstag vom Nordmeer nach Mitteleuropa und beschert uns nach frostiger Nacht und Auflösung von Nebel und Hochnebel einen freundlichen Tag bei einer Mischung aus Wolken und sonnigen Phasen bei Höchstwerten von 3 bis 5 Grad.
Spannend wird der erste Adventssonntag, denn pünktlich zum Start in den meteorologischen Winter klopft selbiger an die Tür: Das kleine Tief OLAF wandert langsam von der Biskaya zu den Alpen und bringt in der Höhe mildere Luft, die auf die bodennah einströmende Kaltluft aufgleitet, was Niederschläge auslöst, die auf der Nordseite des Tiefs teils bis ins Flachland in Schnee übergehen können. So ist es bedeckt und im Tagesverlauf beginnt es bei Temperaturen von 0 bis 2 Grad zu schneien, wobei die Schneefallgrenze im Saarland wahrscheinlich zwischen 200 und 400 Meter schwanken soll. Mit dem Nordostwind an der Nordflanke des Tiefs strömt bodennah Kaltluft ein, so dass einige Zentimeter Schnee in Eiweiler möglich wären.
In der Nacht zum Montag zieht das Schneetief nach Süden ab und tagsüber bleibt es meist neblig-trüb und trocken. Von den Britischen Inseln baut sich in der neuen Woche eine Hochdruckzone quer über Mitteleuropa bis zum Balkan mit dem neuen Hoch SARENA auf, das für einen freundlichen Mix aus heiteren Phasen und Hochnebel sorgen wird. Tagsüber werden 3 bis 6 Grad erreicht, bei Dauernebel ist es nur knapp über null Grad, während es nachts bei Aufklaren auf minus 2 bis minus 6 Grad abkühlen soll.

Ab Freitag wird es wieder wechselhafter, milder und windiger, da neue Tiefs übergreifen, die auf ihrer Rückseite aber wieder kältere Luft im Gepäck haben. Insgesamt deutet sich eine turbulente Wetterentwicklung in der ersten Dezemberhälfte an, ein dynamisches Auf und Ab zwischen mild und nass-kalt mit frühwinterlichen Optionen.

Taktgeber wird das Azorenhoch sein – wölbt es sich nach Norden Richtung Grönland und Island auf, hätte der Winter mit Polarluft seine Chance, oder verhält es sich eher passiv, bleibt also flach über den Azoren liegen, so würde sich die milde Westwindströmung durchsetzen.