Wetter im Köllertal

Der Januar spielt verrückt:
Vorfrühlingshafte Temperaturen mitten im Hochwinter
Am Wochenende Abkühlung nach der extremen Mildheit

17.01.2020: Wo ist nur der Winter geblieben?
Die erste Halbzeit des meteorologischen Winters ist jetzt vorüber und bislang war er viel zu mild, von winterlicher Witterung fehlt jede Spur. Stattdessen erlebten wir in dieser Woche wie bereits Mitte Dezember schon wieder einen außergewöhnlichen Warmluftvorstoß am Rande der Hochs DIRK und CHRISTIAN mit Kern über Südosteuropa, der das Thermometer auf zweistellige Höchstwerte klettern ließ. So stiegen am Mittwoch die Temperaturen in Eiweiler auf 13 Grad und gestern sogar auf 13,8 Grad an. Damit wurde nur knapp der am 11. Januar 2008 aufgestellte Monatsrekord der Messreihe von 14 Grad verfehlt.
Derzeit ist der Januar bei uns rund 3,8 Grad zu mild und mit erst 24 mm Regensumme relativ trocken.
Die Ursache der Misere um den nicht stattfindenden Winter liegt an der festgefahrenen West- bis Südwestwetterlage mit tiefem Luftdruck über Nordwesteuropa und der sich immer wieder regenerierenden Hochdruckzone, die vom südlichen Europa bis nach Mitteleuropa reicht, wodurch wir wiederholt in einer extrem milden Südwestströmung liegen. Bei dieser Konstellation der großräumigen Druckgebilde über Europa kann es einfach kein Winterwetter geben.
Die ausgeprägte Mildphase geht aber am Wochenende zu Ende, das atlantische Warmluftgebläse wird abgestellt und nach Durchzug der Kaltfront von Tief HEIKE wird es zwar spürbar kühler, aber keinesfalls winterlich-kalt.
Die einfließende maritime Polarluft gerät ab Sonntag unter Hochdruckeinfluss und es erwarten uns einige freundliche Tage bei leichten Plusgraden am Tage - wenigstens in den klaren Nächten macht sich die Jahreszeit mit leichtem Frost und Reif bemerkbar.
Heute ist es anfangs heiter und trocken, im Tagesverlauf nimmt die Bewölkung zu und mit Annäherung der Kaltfront des zum Nordmeer ziehenden Tiefs HEIKE setzt ab den Mittagsstunden leichter Regen ein. Mit Temperaturen von 8 bis 10 Grad wird es nochmals sehr mild.
Am Samstag verlagert sich der nachfolgende Höhentrog nach Mitteleuropa und löst bei wechselnder bis starker Bewölkung einige Schauer aus, die Höchstwerte sinken auf 5 bis 7 Grad. Über den Britischen Inseln baut sich am Sonntag das kräftige Hoch EKART auf, das einen Keil nach Deutschland schickt und die Strömung dreht auf nördliche Richtungen. Der Sonntag zeigt sich teils wolkig, teils aufgeheitert und trocken bei Temperaturen um 5 Grad.
Das Hoch dehnt sich zu Beginn der neuen Woche weiter ostwärts aus und von Montag bis Mittwoch wird es teils sonnig, teils bewölkt und trocken bei Höchstwerten zwischen 2 und 4 Grad, nachts gibt es Frost bis minus 5 Grad.
In der zweiten Wochenhälfte wird es wechselhafter, von der Nordsee sickert feuchtere Luft ein und schwache Tiefausläufer aus Nordwesten beeinflussen uns mit etwas Regen. Mit Temperaturen von 4 bis 7 Grad wird es geringfügig milder.
Insgesamt sieht der Trend für das Monatsende eher nass-kaltes Wetter, die extreme Mildheit ist zwar vorbei, doch der Winter tut sich weiterhin schwer.
Der wärmste Januar der Eiweiler-Messreihe trat 2007 bei einem Monatsmittel von 5,1 Grad auf, gefolgt von 2014 und 2008. Auch der Januar der Jahre 1994, 1999, 2001 und 2016 fiel ebenfalls außergewöhnlich mild mit positiven Abweichungen von bis zu drei Grad zur Norm aus – die gültige Norm für unsere Region im Januar liegt bei 0,5 Grad.
Richtig klirrend-kalte Januarmonate hatten in den vergangenen drei Jahrzehnten Seltenheitswert. Der kälteste Januar erlebten wir 1997 bei einem Mittelwert von minus 3,3 Grad. Besonders kalt war zudem auch der Januar 1996 (-2,2 Grad), 2009 (-1,9 Grad), 2010 (-2,2 Grad) und zuletzt 2017 (-1,9 Grad).