Eine markante Hitzewelle rollt heran Saharaluft br

21.06.2019: Mit Wolken und frischem Westwind, aber ohne den wieder einmal dringend nötigen Regen, hat gestern die Kaltfront von Tief MOMO bei Norwegen die schwül-heiße Luft der vergangenen Tage verdrängt und durch angenehmere Atlantikluft ersetzt.
Bislang war die Niederschlagsausbeute im Juni mit nur 22,5 Liter auf den Quadratmeter recht dürftig – damit ist das Regensoll des Monats in Eiweiler nur zu 30 Prozent erfüllt.
Im bisherigen Juniverlauf besteht ein außergewöhnliches Südwest-Nordostgefälle bei der Temperaturverteilung in Deutschland. Aufgrund der beständigen Großwetterlage mit einem Tief über Westeuropa wurden vor allem in den Osten Deutschlands sehr warme und heiße Luftmassen geführt, so dass der Hitzepol des Landes die Hauptstadt Berlin war mit positiven Abweichungen bis zu 5 Grad, was dort wahrscheinlich für einen Rekord-Juni sorgen wird. In der West- und Südwesthälfte, und damit auch bei uns, war es zwar auch sommerlich warm, aber nicht ganz so heiß wie im Osten, und wegen der Nähe zum tiefen Luftdruck kühlte es zeitweise auch ab.
Jedoch wird sich das in der nächsten Woche ändern, wenn eine markante und durchaus extreme Hitzewelle für den Juni direkt aus Nordafrika nach Mitteleuropa rollen soll. Die Schafskälte fiel in diesem Juni aus, dafür steht uns nun eine enorme Affenhitze bevor! Die Kombination aus Sonnenhöchststand und sehr heißer Luft kann dabei zu neuen Rekordtemperaturen für den Juni führen. Die höchste Juni-Temperatur deutschlandweit wurde am 27.06.1947 in Frankfurt am Main mit 38,2 Grad gemessen. Innerhalb der 30-jährigen Eiweiler-Messreihe datiert der Spitzenwert für den Monat Juni vom 18.06.2002 mit 34,0 Grad.
Über dem Atlantik dehnt sich tiefer Luftdruck weit nach Süden aus und reicht mit einer Tiefdruckrinne von Island über England bis zur Iberischen Halbinsel hinunter. Gleichzeitig verstärkt sich hoher Luftdruck vom Mittelmeer bis nach Skandinavien und blockiert das Tief am Weiterkommen nach Osten, so dass es regelrecht eingekesselt wird und im Zusammenspiel mit dem Hoch für einen kräftigen Heißluftzustrom von der Sahara nach Norden sorgen kann, wobei extrem hohe Temperaturen von 35 Grad und mehr zu erwarten sind.
Schon heute bildet sich aus einem Hochkeil aus Westen das neue Hochdruckgebiet ULLA, das bis morgen zur Nordsee zieht. So ist es heute teils heiter, teils wolkig und trocken bei noch angenehmer Wärme um 23 Grad. Morgen dreht der Wind auf Nordost und es ist sonnig, zeitweise auch bewölkt mit einem geringen Schauerrisiko am Nachmittag. Die Höchstwerte liegen um 25 Grad. Am Sonntag scheint die Sonne mit flachen Quellwolken, es ist trocken und die Luft erwärmt sich auf 27 bis 29 Grad.
Zum Start in die letzte Juniwoche kommt das Heißluftgebläse aus Nordafrika richtig in Gang, denn Wüstenluft wird mit einer kräftigen Südströmung über das westliche Mittelmeer, Spanien und Südfrankreich nach Deutschland geschaufelt. Durch das ausgedehnte Hoch ULLA herrscht von Montag bis Donnerstag strahlender Sonnenschein bei einem meist wolkenlosen Himmel von früh bis spät. Dabei steigert sich die Hitze täglich und dürfte gegen Wochenmitte ihren Höhepunkt erreichen. Am Montag sind 30 bis 32 Grad, am Dienstag um 34 Grad zu erwarten, während das Thermometer am Mittwoch und Donnerstag auf rekordverdächtige 35 bis 37 Grad in Eiweiler steigen kann – örtlich ist nach manchen Modellberechnungen in den Ballungsgebieten Deutschlands sogar die 40-Gradmarke in Reichweite! Am Donnerstagabend könnte es erste Schauer oder Gewitter geben. Von Freitag bis Sonntag wechseln sich Sonne und Quellwolken mit Gewitterneigung ab, die ganz große Hitze ist dann vorbei, obwohl der Juni mit 27 bis 31 Grad immer noch hochsommerlich-heiß zu Ende gehen wird.
Zwar wird der Siebenschläfer am Donnerstag sehr heiß, doch wie das Wetter im Sommer wird, hängt natürlich nicht von einem Tag ab, sondern der gesamte Siebenschläferzeitraum von Ende Juni bis ins erste Julidrittel ist von großer Bedeutung für den Charakter des Sommers. Die Großwetterlage könnte sich zum Monatswechsel umstellen und dabei die atlantische Frontalzone wieder mehr Spielraum für unser Wetter bekommen – eine spürbare Abkühlung deutet sich jedenfalls zum Julianfang an.