Unterkühlter Mai wird ab Sonntag frühlingshafter
Nach Mairegen nächste Woche wieder freundlicher

10.05.2019: Der Mai ist im ersten Drittel deutlich unterkühlt verlaufen und bisher rund 5 Grad kälter als im langjährigen Durchschnitt. Nach der Serie mit 13 zu milden Monaten sind wir einfach eine derartig kühle Witterungsphase nicht mehr gewohnt, und der Mai könnte tatsächlich den Umschwung dieser beispiellosen Wärmeperiode bringen, die im April 2018 ihren Anfang nahm.
Vorübergehend hat sich in dieser Woche die atlantische Frontalzone mit einer kräftigen Westwindströmung und Regenwetter durchgesetzt, ehe sich ab Sonntag wieder eine blockierende Hochdrucklage über dem Atlantik und Nordeuropa einstellen soll. Gleichzeitig erreicht uns pünktlich zu den Eisheiligen ein neuer Schwall Kaltluft aus dem hohen Norden, doch wenigstens nehmen die Sonnenanteile wieder zu und im Verlauf der nächsten Woche wird der Wonnemonat frühlingshafter mit einer langsamen Erwärmung.
Die Fronten des Sturmtiefs YUKON bescherten am Mittwoch und Donnerstag kräftige Regenfälle, die für eine Regensumme von 26 Liter auf den Quadratmeter in Eiweiler gesorgt haben – dieser ergiebige Mairegen war ein wahrer Segen für die Natur!
Nach kurzer Atempause hat am Samstag ein über Deutschland hinwegziehendes, kleinräumiges Wellentief nochmals viel Regen im Gepäck, bevor ab Sonntag die Sonne die Oberhand gewinnt.
So ist es heute wechselnd bewölkt mit Aufheiterungen und zunächst trocken bei Höchstwerten um 15 Grad. Nachmittags verdichtet sich jedoch rasch die Bewölkung und abends setzt Regen ein. Morgen wandert besagtes Tief ZACHARIAS mit seinem Kern von Belgien über die Mitte Deutschlands und sorgt für einen turbulenten Wetterablauf. Bei dichter Bewölkung muss mit kräftigen, teils ergiebigen Regenfällen gerechnet werden, die nachmittags auch von Blitz und Donner begleitet sein können und zunehmend schauerartig ausfallen. Die Temperaturen liegen bei einem auffrischenden Südwestwind mit starken Böen nur um 12 Grad. Mit Kaltfrontpassage dreht der Wind nachmittags auf nördliche Richtungen.
Nach Abzug des Tiefs baut sich am Sonntag über den Britischen Inseln und der Nordsee das Hochdruckgebiet NEYVI auf, an dessen Ostflanke mit einer nördlichen Strömung maritime Polarluft einströmt.
Bei einer freundlichen Mischung aus Sonne und flachen Quellwolken ist es trocken und der Nord- bis Nordostwind frischt böig auf, so dass weiterhin nur kühle 12 bis 14 Grad gemessen werden.
Der Montag zeigt sich sonnig bis leicht bewölkt bei ähnlichen Temperaturen. In den klaren Nächten bis Dienstag besteht nochmals Bodenfrostgefahr bei Tiefstwerten von 4 bis 0 Grad.
Ab Dienstag kommt es zu einer allmählichen Erwärmung und wir dürfen uns auf einen Mix aus heiteren und bewölkten Phasen freuen, wobei die Höchstwerte auf 15 bis 18 Grad ansteigen.
Gegen Ende der Woche wird es wieder etwas wechselhafter, eine Tiefdruckrinne aus Südwesten könnte Schauer bringen, doch immerhin wird es mit 18 bis 21 Grad noch etwas wärmer. Wirklich frühsommerliche Witterung könnte sich erst im letzten Monatsdrittel einstellen.

Auch wenn wir im Wonnemonat Mai auf möglichst viel Sonne und Wärme hoffen, so zielen fast alle bäuerlichen Wünsche auf einen eher kühlen und regenreichen Mai ab, was auch in vielen bekannten Wettersprüchen zum Ausdruck kommt: „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheune und Fass“, oder „Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten“.
Ein kühler Mai trat letztmalig 2013 auf und ansonsten erlebten wir in den vergangen 30 Jahren besonders 1991, 1996, 2004 und 2010 deutlich zu kalte Maimonate – im Schnitt etwa alle 5-6 Jahre können wir also mit einem unterkühlten Mai rechnen.