Verfrühte Eisheiligen im Anmarsch
Kaltluftrückfall vermiest erstes Mai-Wochenende

03.05.2019: Nach einem frühlingshaften Maifeiertag stehen am Wochenende die vorgezogenen Eisheiligen vor der Tür und sorgen für einen markanten Kaltluftrückfall. Der Wonnemonat Mai zeigt uns dann die kalte Schulter mit einstelligen Höchstwerten und Aprilwetter.
In der nächsten Woche geht es mit den Temperaturen zwar langsam wieder bergauf, aber die 20-Gradmarke und Frühlingswetter bleiben bis auf Weiteres ein Wunschtraum. Dem Kälteeinbruch folgt nämlich eine unbeständige Westwetterlage mit Regenfällen.
Ursache für den Kaltlufteinbruch ist eine typische Nordlage, denn auf dem Atlantik etabliert sich zwischen Portugal, England bis nach Island und Grönland ein Hochdruckkeil, der vom Hoch MAXINE gebildet wird und die Westströmung blockiert. Gleichzeitig führt Tief WERNER über Nordosteuropa im Verbund mit dem Hoch kalte Luft arktischen Ursprungs über das Nordmeer weit nach Süden.
Der Wetterumschwung leitete gestern Abend Tief WERNER ein, dessen Kaltfront heute Deutschland überqueren wird. Es ist stark bewölkt bis bedeckt und gibt zunächst noch etwas Regen oder Sprühregen, der im Tagesverlauf nachlässt. Mit Höchstwerten um 13 Grad wird es schon kühler als an den Vortagen.
Am Wochenende geraten wir in den Einflussbereichs eines umfangreichen Höhentroges, der vom Nordpolarmeer bis in den westlichen und zentralen Mittelmeerraum reicht. Dabei greift morgen früh Wellentief XERXES von Nordwesten auf Deutschland über und wandert bis zum Abend nach Tschechien. Es ist bedeckt mit schauerartig verstärken Regenfällen. Ab dem Mittag erfolgt der Übergang zu wechselnder Bewölkung und in der einfließenden, labilen Kaltluft kommt es wiederholt zu kräftigen Schauern, die mit Graupel und sogar Schneeflocken vermischt sein können und auch von kurzen Gewittern begleitet werden. Der böig auffrischende Nordwest- bis Nordwind lässt nur noch Temperaturen von 5 bis 7 Grad zu. Je nach Bewölkung droht in der Nacht zu Sonntag Boden- oder Luftfrost.
Am Sonntag wechseln kurze freundliche Phasen mit dichteren Quellwolken und im Tagesverlauf entladen sich erneut einige Schauer bei Höchstwerten von 8 bis 10 Grad. Bei Aufklaren in der Nacht zu Montag besteht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wiederum Frostgefahr.
Am Montag ist es wolkig bis stark bewölkt und neue Schauer ziehen auf. Mit Temperaturen um 12 Grad ist die kalte Talsohle durchschritten. Im Verlauf der neuen Woche wird der Hochkeil über dem Atlantik abgebaut und es erfolgt der Übergang zu einer Westwetterlage, denn die atlantische Frontalzone nimmt Kurs auf Mitteleuropa. Zwischen den Britischen Inseln und Skandinavien baut sich eine Tiefdruckzone auf, die mit milderer Luft aus Südwesten und Regenwolken unser Wetter bestimmen wird.
Am Dienstag wandert ein kleines Zwischenhoch über Deutschland hinweg, es ist teils heiter, teils wolkig und trocken bei Milderung auf 14 bis 16 Grad. Am Mittwoch und Donnerstag greifen Tiefausläufer mit teils länger anhaltenden Regenfällen über, die Temperaturen liegen um 14 Grad. Unbeständig und wolkenreich geht es bis zum Wochenende weiter, zeitweise fällt Regen. Die Temperaturen liegen meist zwischen 14 und 18 Grad. Der diesjährige Mai stellt unter Beweis, dass sich die Launenhaftigkeit der Aprilwitterung gerne noch in der ersten Maihälfte fortsetzt.
Bei einem Mittelwert von 9,7 Grad fiel der zu Ende gegangene April um 1,5 Grad zu mild aus und die Niederschlagssumme erreichte dank der regenreichen letzte Dekade mit 62 Liter auf den Quadratmeter doch noch das langjährige Soll bei einem geringen Überschuss von 2 Liter.