Wetter im Köllertal

Rasante Westwindströmung lässt dem Winter keine Chance
Regnerische, windige und milde Dezembertage

13.12.2019: Zum dritten Adventswochenende erleben wir den Übergang von nass-kalter zu sehr milder Witterung. Wie auf einer Rennbahn wandern Sturmtiefs von Südgrönland über den Nordatlantik Richtung Britische Inseln und Nordsee, wo sie in der Folge nach Norden und Nordosten eindrehen. Dabei beeinflussen sie mit ihren Ausläufern auch Mitteleuropa, denn die atlantische Frontalzone verläuft am Wochenende genau über Deutschland, was uns turbulentes und windiges bis stürmisches Regenwetter beschert. Mit den Sturmtiefs gelangen sehr milde Luftmassen aus Südwesteuropa zu uns.
Das gesamte Strömungsmuster der Atmosphäre zeigt sich in der Vorweihnachtswoche völlig unwinterlich, denn das Tiefdruckzentrum verlagert sich im Verlauf der nächsten Woche Richtung Island und Neufundland, während sich gleichzeitig ein Hochdrucksystem nach Mittel- und Osteuropa nach Norden aufwölbt, das die Tiefs auflaufen lässt und zur deutlichen Wetterberuhigung führt. Im Verbund der beiden Wettersystemen stellt sich eine außergewöhnlich milde Süd- bis Südwestströmung ein – vom Winter ist weit und breit keine Spur.
Für alle Freunde des Winterwetters sind dies alles ernüchternde und frustrierende Aussichten. Somit dürfte auch der diesjährige Dezember wie schon in den Vorjahren erneut zu mild ausfallen.
Der Traum einer weißen Weihnacht wird zum wiederholten Male nicht in Erfüllung gehen. Nun ist es schon 9 Jahre her, dass es zuletzt weiße Weihnachten gegeben hat. Das einmalige und historische Weihnachts-Wintermärchen aus 2010 mit einer Schneedecke von 35 Zentimeter in Eiweiler bleibt aber unvergessen.
Am Wochenende haben uns die Sturmtiefs TONI und VEIKO fest im Griff. So ist es heute stark bewölkt mit schauerartigen und kräftigen Regenfällen und sehr windig bei nass-kalten 3 bis 5 Grad.
Morgen greift eine Frontalwelle des nächsten Tiefs VEIKO auf Deutschland über, bei wechselnder bis starker Bewölkung gibt es zunächst Regen, später wiederholt kräftige Schauer bei Temperaturen um 7 Grad. Dabei weht der Südwestwind frisch bis stark mit stürmischen Böen, vor allem am Vormittag können auch Sturmböen auftreten.
Auch der dritte Advent zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite, es ist bedeckt und zeitweise regnet es. Bei Höchstwerten von 8 bis 10 Grad wird es noch etwas milder und bleibt sehr windig. Zu Wochenbeginn geht es zunächst unbeständig weiter. Am Montag und Dienstag halten sich dichte Wolken und zeitweise muss mit Regen gerechnet werden bei Temperaturen um 10 Grad.
Ab Mittwoch zieht sich der Tiefdruckeinfluss nach Westeuropa und auf den Atlantik zurück, während sich hoher Luftdruck von Süden her nach Mitteleuropa ausweitet. Dabei stellt sich eine ruhige, aber unwinterliche Hochdrucklage bei einer Mischung aus hochnebelartiger Bewölkung und einigen Aufheiterungen ein. Mit Höchstwerten von 8 bis 12 Grad ist sehr mild für die Jahreszeit. Gegen Ende der Woche wird es etwas kühler und aus Westeuropa können eventuell wieder Regenwolken aufziehen.