Wetter im Köllertal

Hoch EKART dank ab – Sturmtiefs übernehmen bald das Zepter
Der Januar geht mit turbulenter Westwetterlage zu Ende

24.01.2020: Der schwache Hauch von Winter neigt sich schon wieder dem Ende entgegen – Hoch EKART, das uns in dieser Woche wenigstens mit morgendlichem Raureif und leichtem Nachtfrost so etwas wie Winter erahnen ließ, muss am Wochenende abdanken und zieht sich nach Südosteuropa zurück. Damit wird der Weg frei für atlantische Tiefs, die in der kommenden Woche eine äußerst turbulente und nasse Witterungsperiode einleiten werden.
Die Großwetterlage stellt sich komplett um, kräftige Atlantiktiefs, die sich zu Sturmtiefs verstärken können, werden die Regie übernehmen und haben neben einer deutlichen Milderung auch viel Regen, Wind und Sturm im Gepäck.
Angefacht durch massive Kaltluftzufuhr aus dem kanadischen Raum in Richtung Nordatlantik läuft der Tiefdruckmotor in der letzten Januarwoche auf Hochtouren und die atlantische Frontalzone kann sich aufgrund großer Temperaturgegensätze weiter intensivieren, so dass das Potential für Sturmtiefentwicklungen steigt. Die Westwindströmung greift auf Mitteleuropa über und lässt dem Winter, dem die Zeit allmählich wegläuft, auch über den Monatswechsel hinaus keine Chance.
Die langgestreckte, kräftige Hochdruckzone EKART, die derzeit schlauchartig von den Azoren über die Britischen Inseln und Mitteleuropa bis weit nach Südosteuropa reicht, sorgte bis Mittwoch für strahlenden Sonnenschein bei Temperaturen bis 5 Grad und erfreute uns in der klaren und trockenen Luftmasse mit farbenprächtigen Sonnenuntergängen, ehe sich gestern Hochnebel ausbreitete und die Temperaturen auch tagsüber bei null Grad verharrten – immerhin der dritte Eistag des Winters.
Bevor der Wetterumschwung erfolgt, herrscht am Wochenende noch ruhiges Wetter – quasi die Ruhe vor dem Sturm.
Heute ist nach zäher Auflösung von Hochnebel teils neblig-trüb oder wolkig, teils heiter und trocken bei Höchstwerten um 3 Grad.
Am Wochenende fällt der Luftdruck über Westeuropa, über dem Nordatlantik etabliert sich das Zentraltief KIM, das Hoch verabschiedet sich zum Balkan. So ist es am Samstag und Sonntag stark bewölkt bis bedeckt, zeitweise gibt es Auflockerungen und es ist trocken bei 5 bis 8 Grad.
In der Nacht zum Montag greift die Kaltfront des Tiefs mit Regenfällen über, tagsüber gibt es Schauerwetter und der Südwestwind frischt spürbar auf. Milde Atlantikluft lässt die Temperaturen auf 8 bis 10 Grad ansteigen. Die Umstellung auf eine Westwetterlage ist dabei vollzogen.
Am Südrand des steuernden Tiefdruckkomplexes KIM bei Island kommt es am Dienstag zu einer kräftigen Randtiefentwicklung, wobei sich das Sturmtief LOLITA rasch zur Nordsee verlagern soll und sein Sturmfeld Deutschland erfassen wird. Es ist bedeckt mit schauerartigen Regenfällen und wird sehr windig bis stürmisch - je nach Zugbahn drohen auch im Saarland Sturmböen bei Temperaturen um 8 Grad.
Auf der Rückseite des Tiefs gibt es am Mittwoch in etwas kühlerer Luft bei 5 bis 7 Grad kräftige Schauer und bleibt sehr windig, ehe ab Donnerstag weitere Tiefs mit Regen auf Deutschland übergreifen sollen. Die Temperaturen steigen auf 8 bis 11 Grad an.
So geht der Januar sehr mild, stürmisch und unwinterlich zu Ende. Auch zum Start in Februar bleibt uns vorerst die unbeständige Westlage erhalten.