Der Frühherbst klopft an
Kühles Schauerwetter bringt am Wochenende erste Herbstgefühle

06.09.2019: Auch ein heißer, mediterran geprägter Sommer hat einmal ein Ende. Am Samstag erlebten wir dabei noch ein fulminantes Sommer-Finale mit Temperaturen von 34,4 Grad in Eiweiler, ehe Tief EGBERT am Sonntag pünktlich zum Einstand in den September einen ordentlichen Temperatursturz gebracht hat.
Nach einem neuerlichen Aufbäumen des Spätsommers dank Hoch ELEKTRA wurde es am Mittwoch mit 27,1 Grad nochmals sehr warm. Gestern ebnete aber die Kaltfrontpassage von Tief FERDINAND den Weg für den Frühherbst. Jedoch war wie so häufig in letzter Zeit die Kaltfront zumindest in unserer Region wiederum ohne Niederschlag verbunden.
Nach kurzem Zwischenhocheinfluss nistet sich am Wochenende ein Höhentrog über Mitteleuropa ein, der kühles und windiges Schauerwetter im Gepäck haben wird, so dass wir einen ersten Vorgeschmack auf den Herbst bekommen werden.
Angesichts der sich zum wiederholten Mal in den letzten Monaten verschärfenden Trockenheit wäre ergiebiger Landregen mit einer nachhaltigen Regenperiode jetzt dringend nötig, die jedoch nicht in Sicht ist. Das Laub an vielen Bäumen und Sträuchern sieht nach der Dürre und Hitze des Sommers derzeit zunehmend welk und schlapp aus, manche Bäume werfen aus Wassermangel auch vermehrt gelbe Blätter ab. Immerhin kann die Natur am Wochenende mit kostbarem Nass bei den zu erwartenden Schauern rechnen, so dass etwas Linderung der Dürre eintreten wird.

Heute ist nochmals Zwischenhocheinfluss wirksam, dabei ist es nach sehr frischer Nacht mit einstelligen Tiefstwerten teils sonnig, teils bewölkt und trocken bei Höchstwerten um 20 Grad. In der Nacht zum Samstag überquert uns die Kaltfront des von Island nach Südskandinavien ziehenden Tiefs GÖTZ mit etwas Regen. Tagsüber folgt morgen der Höhentrog des Tiefs nach und bei wechselnder bis starker Bewölkung bilden sich in der labilen Höhenkaltluft wiederholt Schauer und auch kurze Gewitter. Mit Höchstwerten von 15 bis 17 Grad ist es frühherbstlich kühl, der Westwind frischt bei den Schauern böig auf.
Auch am Sonntag halten sich viele Wolken mit einigen Auflockerungen, und wir müssen bei Temperaturen um 17 Grad mit weiteren, teils wieder gewittrigen Schauern rechnen.

Zu Wochenbeginn schiebt sich ein neuer Keil des Azorenhochs bis zur Nordsee , an dessen Rand die Zufuhr von frischer Polarluft aus Nordwesten andauert. Es kommt dabei zu Wetterberuhigung und es wird freundlicher mit Aufheiterungen bei Temperaturen bis 19 Grad. Am Dienstag und Mittwoch ist es wieder wechselhafter, denn ein Tiefausläufer könnte Schauer bringen, die Temperaturen ändern sich kaum. Ab Donnerstag schiebt sich erneut ein Hochkeil aus Westen zu uns herein und versucht in der Folge über Mitteleuropa eine Hochdruckbrücke zum Hoch über Russland zu schlagen. Bei einer freundlichen Mischung aus Sonne und Wolken ist es trocken bei Erwärmung auf 20 bis 24 Grad – der Spätsommer lässt sich dann wieder erahnen.
Der zu Ende gegangene August war mit einem Mittelwert von 19,7 Grad um 2,8 Grad zu warm und eine Regensumme von 62,6 Liter/m² bedeutet ein Defizit von 19 Prozent.

Angesichts der intensiven Hitzewellen in allen drei Monaten verlief der Sommer mit einem Mittelwert von 19,8 Grad um 2,9 Grad wärmer als die langjährige Norm und war sogar der zweitwärmste Sommer der Eiweiler-Messreihe hinter dem Rekordhalter 2003 von 20,5 Grad.

Das Regensoll wurde nur zu 54 Prozent erfüllt, denn bei einer Niederschlagssumme von 126,7 Liter/m² fielen 108 Liter weniger als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre. Somit belegt der Sommer 2019 auch beim Niederschlag den zweiten Platz der Messreihe als trockenster Sommer hinter dem Dürre-Rekord aus 2015 mit 110 Liter/m².