Heißes Finale des Sommers zum August-Abschied
Temperatursturz zum Start in den September

30.08.2019: Der hochsommerlichen Hitzewelle im Spätsommer geht pünktlich zum Ende des meteorologischen Sommers die Puste aus und zum Start in den September erwartet uns ein markanter Luftmassenwechsel von heißer Subtropikluft hin zu frischer Meeresluft. Damit ist ein spürbarer Temperatursturz von rund zehn verbunden.
In dieser Woche sorgte Hoch CORINA mit Kern über dem westlichen Russland für eine Hochsommer-Zugabe, als an seiner Westflanke heiße Luftmassen aus Südeuropa nach Deutschland gelenkt wurden und in Eiweiler die Temperaturen bis 33,8 Grad angestiegen sind. Zeitweise herrschte dabei auch eine unerträgliche Schwüle. Auch die Nächte blieben noch extrem warm und erst am frühen Morgen kühlte es auf knapp unter 20 Grad ab.
Mit dieser dritten Hitzewelle dieses Sommers wurde an meiner Wetterstation Eiweiler ein neuer Rekord bei der Anzahl der Heißen Tage aufgestellt, denn an 24 Tagen überschritt das Thermometer die 30-Gradmarke. Somit wurde am Mittwoch die bisherige Bestmarke der 30-jährigen Eiweiler Messreihe von 23 Heißen Tagen aus dem Jahr 2003 und 2015 übertroffen, im Durchschnitt der letzten 30 Jahre sind nur 9 Heiße Tage zu erwarten.
Der Rekord wird sich bis Samstag wahrscheinlich noch auf 26 Heiße Tage erhöhen – so viele Heiße Tage in unseren Breiten sind einfach phänomenal und zeigen eindrucksvoll, wie mediterran die Sommer in den letzten Jahren hierzulande geworden sind – auch das ein weiterer Beleg für den Klimawandel, der von Jahr zu Jahr scheinbar an Dynamik gewinnt.
Das Hitze-Hoch CORINA wurde gestern nach Durchzug der nicht wetterwirksamen Kaltfront des Nordmeertiefs DENIS rasch wieder von der neuen Hochzelle DORIS ersetzt, die bis Samstag mit einer Hochdruckbrücke für eine Verlängerung des Hochsommers sorgen wird.
Heute ist es sonnig bei nur lockeren Quellwolken und es wird wiederum heiß mit 28 bis 30 Grad.
Den mit Sicherheit letzten derart heißen Hochsommertag erleben wir morgen zum August-Ausklang und meteorologischen Sommer-Finale, wenn die Höchstwerte bei viel Sonne und harmlosen Schleierwolken nochmals auf schweißtreibende 31 bis 33 Grad klettern, da am Rande des Hochs bei Polen und auf der Vorderseite einer Tiefdruckzone über dem Ostatlantik und Westeuropa ein satte Südströmung heiße Subtropikluft nach Mitteleuropa pumpen wird.
Der Start in den meteorologischen Herbst bringt mit einer Kaltfrontpassage einen kräftigen Temperatursturz. Tief EGBERT lenkt am Sonntag im Tagesverlauf eine Kaltfront von Nordwesten herein. Dabei ist es wolkig bis stark bewölkt und einzelne gewittrige Schauer können durchziehen. Ein böig auffrischender Westwind vertreibt die Hitze und führt frische Atlantikluft heran. Mit Höchstwerten von 20 bis 22 Grad ist es teils mehr als zehn Grad kühler als am Samstag.
In der neuen Woche dehnt sich ein Keil des Azorenhochs vor allem in die mittleren Teile Deutschlands aus, während es im Norden und Süden deutlich wechselhafter mit Schauern bleibt. Von Montag bis Mittwoch wird es somit bei uns recht freundlich bei einer Mischung aus heiteren und wolkigen Phasen und es ist trocken. Mit der Nordwestströmung wird es mäßig warm bei 19 bis 23 Grad. Der eklatante Regenmangel und die Trockenheit setzten sich weiter fort.
Zwar deuten die Wettermodelle ab Donnerstag die Verlagerung eines Höhentroges nach Mitteleuropa an, es wird wechselhafter und wolkenreicher, doch inwieweit wir im Saarland dabei in den Genuss nennenswerter Niederschläge kommen, bleibt abzuwarten. Mit Temperaturen von 16 bis 20 Grad wird es in der zweiten Wochenhälfte noch etwas kühler – ein erster Hauch von Herbst ist dann zu spüren.
Lassen wir uns überraschen, was der September, der zwischen Spätsommer und Herbst hin und herpendeln kann, diesmal so alles im Gepäck hat!