Sommerliche Junitage mit Schönheitsfehlern
Leicht wechselhaft mit Sonne, Quellwolken und Gewittern

14.06.2019: Nach dem kältesten Mai seit 2013 hat der Juni pünktlich den Schalter auf Sommerwetter umgestellt. Seit Junibeginn liegt über den Britischen Inseln ein sich immer wieder regenerierender Höhentrog mit einem ortsfesten Tief bei England, welches das Wetter in Mitteleuropa maßgeblich beeinflusst. Auf der Vorderseite wird subtropische Luft nordwärts gepumpt, während über Westeuropa kühle Luftmassen nach Süden fließen. Dabei haben sich enorme Temperaturgegensätze über Mitteleuropa zwischen einem gemäßigten Westen und einem schwül-heißen Osten aufgebaut. Im Übergangsbereich der verschiedenen Luftmassen gab es in Deutschland bereits mehrere Schwergewitterlagen, wovon besonders der Süden und Osten in dieser Woche betroffen war, als an Pfingstmontag im Großraum München eines der schwersten Hagelunwetter seit über 40 Jahren gewütet hatte und auch über Berlin schwere Unwetter tobten.
Die Großwetterlage bleibt auch in nächster Zeit alles andere als stabil. Zwar kann sich vom Azorenhoch immer mal wieder eine Hochzelle ablösen, die über Deutschland ostwärts wandert, aber nicht kräftig genug ist, um Tiefdruckeinfluss aus Westen abzuwehren.
Das sich im Seegebiet zwischen Island und England etablierende Zentraltief wird sich dabei als Spielverderber für stabiles Sommerwetter erweisen. Es stellt sich eine feucht-warme, leicht wechselhafte Südwestwetterlage ein, die zwar sehr warmes bis heißes Sommerwetter bescheren wird, aber auch eingelagerte Gewitterstörungen.
Das Zwischenhoch SIBYLLE verabschiedet sich heute ins Baltikum und aus Südwesten greift Tief LUDGER ins Wettergeschehen ein. So ist es heute heiter bis wolkig und ab dem Nachmittag muss mit einzelnen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Die Höchstwerte steigen auf 25 bis 27 Grad an. Die Schauer gehen abends und nachts mit Durchzug des Tiefs in kräftige Regenfälle über. Morgen zieht Tief LUDGER nach Norddeutschland und in der weiterhin labilen, feucht-warmen Luftmasse gibt es bei wechselnder Bewölkung im Tagesverlauf wieder Regengüsse mit Blitz und Donner bei Temperaturen um 24 Grad.
Am Sonntag strömt auf der Rückseite des Tiefs kühlere Meeresluft ein, die rasch wieder unter Hochdruckeinfluss gerät. Von den Azoren dehnt sich bis nach Osteuropa eine Hochdruckbrücke aus, wobei sich über der Ostsee die eigenständige Hochzelle TALE bildet. Es wird wieder freundlicher bei einer Mischung aus Wolken und sonnigen Phasen und bleibt trocken bei mäßig warmen 21 bis 23 Grad.
Zu Wochenbeginn wird es immer sonniger und an der Westflanke des Hochs verstärkt sich der Warmluftzustrom aus Süden. Die Luft erwärmt sich am Montag und Dienstag auf 26 bis 29 Grad. Am Mittwoch wird es mit Höchstwerten um 30 Grad richtig heiß, der Luftdruck sinkt wieder und am blauen Himmel bilden sich wieder vermehrt Quellwolken mit der Folge, dass die Gewitterneigung zunimmt.
Eine schwache Tiefdruckrinne aus Westen sorgt in der zweiten Wochenhälfte für eine leicht wechselhafte Mischung aus Sonnenschein, Quellwolken und Schauern und Gewittern bei sehr warmen, zeitweise schwülen 25 bis 28 Grad. Gegen Ende der Woche soll sich die Luft auf 20 bis 23 Grad abkühlen.
Der zu Ende gegangene Mai hat erwartungsgemäß die lange Serie von 13 zu warmen Monaten beendet, denn bei einem Mittelwert von 11,3 Grad fiel der Mai 1,2 Grad kühler als im Durchschnitt aus. Allerdings war der Mai in den Jahren 2013, 2010, 1996 und 1991 noch kühler als diesmal.
Bei einer Niederschlagssumme von 94,7 Liter auf den Quadratmeter erreichte der Mai einen Überschuss von knapp einem Viertel – es war der bislang regenreichste Monat des Jahres.