Mit der Blüte der Forsythie beginnt der Erstfrühling
Auf frühlingshaften Höhenflug folgt kühler Streifschuss

22.03.2019: Nachdem sich der März bislang regenreich, windig und unbeständig gezeigt hat, wurde es ab Dienstag zunehmend freundlicher, und rechtzeitig zum astronomischen Frühlingsanfang lachte die Sonne von einem blauen Himmel. Dabei hat sich eine zonale Hochdruckzone von den Azoren und Frankreich quer über Mitteleuropa bis zum Schwarzen Meer gelegt, die von der Hochzelle HANNELORE gebildet wird.

Die hinter Tief IGOR – das letzte aus der langen Sturmserie – eingeflossene Polarluft hat sich in dieser Woche langsam auf frühlingshafte Temperaturen erwärmt. Zum Wochenende weicht der Hochdruckeinfluss nach Westen auf den Atlantik zurück, wodurch bis zum Sonntag eine schwache Kaltfront über Deutschland ziehen kann, die eine Abkühlung bringt. Der Frühling erhält auch zum Wochenbeginn einen kleinen Dämpfer, wenn zwischen hohem Luftdruck westlich von Irland und einem Sturmtief über der Ostsee eine Nordströmung in Gang kommt, mit der ein Schwall Polarluft zu uns strömen kann.
Insgesamt bleibt uns die Hochdruckdominanz bis zum Monatsende erhalten, allerdings ist es zunächst aufgrund der Lage des Hochs noch kühl und erst nach Wochenmitte kommt es mit Verlagerung des Hochdruckzentrums nach Mitteleuropa zu einer Milderung.
Am Rande des Richtung Balkan wandernden Hochs HANNELORE erwartet uns heute ein herrlicher Frühlingstag mit viel Sonnenschein und nur harmlosen Schleierwolken. Mit Winddrehung auf Südost bis Süd steigen die Temperaturen auf 17 bis 19 Grad an.
Der Samstag zeigt sich zuerst heiter, im Tagesverlauf ziehen aus Norden dichtere Wolkenfelder als Vorboten der Kaltfront von Sturmtief KARSTEN über Nordwegen durch und der auflebende Wind dreht auf Nordwest. Es wird nochmals sehr mild mit Werten um 16 Grad. Der frühlingshafte Höhenflug dieser Tage erhält am Sonntag einen Dämpfer, denn die schwache, nur wenig wetteraktive Kaltfront wandert von Nord nach Süd über Deutschland hinweg. Dabei ist es stark bewölkt und kann etwas regnen oder einige Tropfen geben. Nachmittags lockert die Bewölkung schon wieder auf. Es strömt kühlere Nordseeluft ein, so dass die Temperaturen auf 10 bis 12 Grad zurückgehen.
Am Montag wandert Tief LOUIE über Skandinavien zum Baltikum, während sich gleichzeitig bei Irland das kräftige Hoch IRMELIN aufbaut. Bei wechselnder Bewölkung ist es windig und kann Schauer geben, mit Höchstwerten von 7 bis 9 Grad spüren wir einen Streifschuss der Polarluft.
Am Dienstag und Mittwoch schickt das Hoch einen Keil nach Deutschland, es ist teils bewölkt, teils heiter und trocken bei 8 bis 11 Grad, nachts muss mit leichtem Frost gerechnet werden.
In der zweiten Wochenhälfte dehnt sich Hoch IRMELIN nach Mitteleuropa aus und erneut legt sich eine langgestreckte Hochdruckzone bis zum Balkan. Die eingeflossen Kaltluft kann sich wieder erwärmen. Bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken ist es trocken bei frühlingshaften Temperaturen von 14 bis 17 Grad bis zum Monatsende.
In der Natur erleben wir jetzt die phänologische Jahreszeit des Erstfrühlings, der mit der Blüte der Forsythie und der Blattentfaltung der Stachelbeere beginnt. Der Erstfrühling dauert üblicherweise von Ende März bis Mitte April und lässt in den kommenden Wochen die Natur so richtig aufblühen und ergrünen.