Vorfrühlingshafte Tage im Februar
Hoch DORIT beschert Sonnenschein und sehr milde Luft

15.02.2019: Der Vorfrühling erwacht mitten im Winter mit Temperaturen wie im März.
Über Europa hat sich in dieser Woche mit DORIT ein riesiges Hoch aufgebaut, das mit einer beeindruckenden Hochdruckzone vom Mittelmeerraum bis nach Skandinavien reicht und damit jede aktive Wetterentwicklung blockiert. Die atlantischen Tiefs prallen dadurch regelrecht gegen eine Wand und müssen nun über das Nordmeer ausweichen, um nach Osten zu ziehen, um von dort wiederum über Russland nach Süden gelenkt zu werden, so dass sich dadurch das Strömungsmuster einer typischen Omega-Wetterlage auf der Wetterkarte zeigt – also hoher Luftdruck über Zentraleuropa, der jeweils westlich und östlich von tiefem Luftdruck flankiert wird.
Dieses Hochdruckbollwerk ist außerordentlich stabil und könnte sich bis Monatsende halten. Lediglich kurzzeitig kann uns am Dienstag und Mittwoch ein abgeschwächter Tiefausläufer mit etwas Regen streifen, ehe sich danach rasch wieder der hohe Luftdruck regenerieren soll.
Man braucht kein Prophet zu sein, um jetzt zur Monatsmitte schon zu sagen, dass der Februar viel zu mild und trocken ausfallen wird.
Die ersten Vorfrühlingsboten in der Natur sind mit den Schneeglöckchen und der Haselnuss derzeit bereits erblüht.
Die Ursache für die sehr milde Luft im Februar ist natürlich einzig der Großwetterlage geschuldet, denn nur die Position des Hochs direkt über Mitteleuropa gelegen, sorgt für eine Warmluftblase aus Südwesteuropa, die die Temperaturen auf zweistellige Werte bis 15 Grad steigen lässt. Würde das Hoch nämlich weiter im Westen oder Norden liegen, wäre es bei gleichem Sonnenschein deutlich kälter, was für den Februar eigentlich auch üblich ist – im Vorjahr erlebten wir um diese Zeit eine richtige Kältewelle durch eine Ostströmung.
Große Temperaturgegensätze zwischen frostigen Nächten und sehr milden Tagen wie sie normalerweise erst im März oder April auftreten, begleiten uns derzeit. Heute und am Wochenende dürfen wir uns auf strahlenden Sonnenschein freuen. Vereinzelt verzieren den Himmel ein paar hohe Schleierwolken. Die Höchstwerte klettern dabei auf vorfrühlingshaft-milde 13 bis 15 Grad. Der Schwerpunkt des Hochs wandert am Sonntag und Montag Richtung Balkan und der Wind dreht auf südliche Richtungen. Am Montag ist es heiter bis leicht bewölkt bei Temperaturen um 13 Grad. Aus Westeuropa ziehen am Dienstag die Ausläufer von Tief WERNER in abgeschwächter Form nach Deutschland, wo sie sich bis mittwochs auflösen. Dabei wird es wolkiger, zeitweise stärker bewölkt mit etwas Regen und leichter Abkühlung auf 6 bis 8 Grad. Am Donnerstag verlagert sich das neue Hoch ERIKA nach Mitteleuropa und zur Nordsee. Somit setzt sich wieder freundliches Wetter durch, es ist teils heiter, teils leicht bewölkt und trocken bei erneuter Milderung auf 9 bis 12 Grad bis Ende der Woche.
Ungewöhnlich milde Februarmonate traten in den letzten Jahrzehnten häufiger auf, zuletzt war es Mitte Februar 2017 ähnlich mild. Sehr mild verlief der Februar der Jahre 1990, 2000, 2007, 2008 und 2014 – der Februar zeigte sich öfters als ein Vorfrühlings- als ein Wintermonat, die Klimaerwärmung lässt grüßen.
Trotzdem sollte man den Winter trotz aller Euphorie über das frühe Vorfrühlingserwachen noch nicht ganz abschreiben, auch wenn sich bis Monatsende zwar kein Kälteeinbruch mehr andeutet, so kann der Spätwinter im März jederzeit noch zuschlagen. Nicht umsonst heißt es seit jeher: „Liegt im Februar die Katze im Freien, wird sie im März vor Kälte schreien“.