Turbulentes Wochenende mit Sturmtiefs, Regen und sehr milder Luft
Nächste Woche wieder kälter

08.02.2019: Angekurbelt durch Kaltluftzufuhr über dem östlichen Kanada und Neufundland auf den Atlantik hinaus läuft der Wetter-Motor dort auf Hochtouren, so dass die Tiefdruckproduktion angeheizt wird. Dadurch kann die atlantische Frontalzone mit einem umfangreichen Tiefdruck-komplex über die Britischen Inseln bis nach Skandinavien vorstoßen. Nach einer ruhigeren Phase wird jetzt die Westwindströmung mit Regen, sehr milder Luft und viel Wind die Regie beim Wetter wieder übernehmen.
Am Südrand des steuernden Zentraltiefs THOMAS deutet sich an den nächsten Tagen ein turbulenter Wetterablauf in drei Schritten an: Zunächst kommt es am Wochenende zu einer markanten Milderung mit Regen und Sturmgefahr, ehe sich rückseitig des Sturmtiefs am Montag hoher Luftdruck über dem Atlantik nordwärts über England bis nach Grönland aufwölben soll, was zu einer nass-kalten Nordlage führt. Im dritten Schritt kann zwischen dem sich über Skandinavien etablierenden neuen Hoch und tiefem Luftdruck über der Mittelmeerregion eine kalte Ostströmung bei uns einstellen.
Das in dieser Woche noch für sonnige Tage und frostige Nächte verantwortliche Hoch CHLOE mit Kern über Süddeutschland musste abdanken, und gestern leiteten die Ausläufer des Tiefs STEFAN über der Nordsee den Wetterumschwung ein.
Über Schottland verstärkt sich heute Tief THOMAS zu einem Orkantief, das am Wochenende als steuerndes Zentraltief unser Wetter unbeständig gestalten wird. Seine Warmfront pumpt ein Schwall sehr milder Luft heran. So ist es heute stark bewölkt mit kurzen Auflockerungen, etwas Regen oder Sprühregen ist möglich und bei Temperaturen um 8 Grad frischt der Südwestwind spürbar auf. In der Nacht zum Samstag überquert uns die Kaltfront des Tiefs mit Regen und tagsüber gibt es morgen bei wechselnder bis starker Bewölkung einige Schauer. Dabei weht ein starker Wind mit stürmischen Böen bei Höchstwerten von 8 bis 10 Grad.
Am Sonntag soll sich innerhalb der lebhaften Westwindströmung über dem Ärmelkanal das Randtief UWE zu einem Sturmtief verstärken, das rasch über Belgien und Norddeutschland Richtung Ostsee ziehen wird. Dabei kommt es bei dichter Bewölkung zu anhaltenden und teils ergiebigen Regenfällen bei sehr milden 10 bis 12 Grad. Der Südwestwind frischt stark bis stürmisch auf mit der Gefahr von Sturmböen.
Auf der Rückseite von Sturmtief UWE dreht die Strömung am Montag auf Nordwest bis Nord und lässt feuchte Polarluft vorstoßen. Bei vielen Wolken müssen wir mit schauerartigem Regen rechnen, der teils bis ins Flachland bei kräftigen Schauern mit Schneeflocken vermischt sein kann – auch ein kurzes Wintergewitter ist nicht ausgeschlossen. Es bleibt noch sehr windig und wird mit Temperaturen um 4 Grad spürbar kühler.
Der Dienstag bringt bei wechselnder Bewölkung noch einzelne Regen-, Schnee- oder Graupelschauer bei 2 bis 4 Grad.
Aus Westeuropa dehnt sich bis zur Wochenmitte eine Hochdruckzone Richtung Nordsee aus und bildet die Hochzelle DORIT. Dadurch kommt es zur Wetterberuhigung, es ist teils wolkig, teils heiter und trocken bei leichten Plusgraden tagsüber und leichtem Nachtfrost. Die genaue Lage des Hochs wird darüber entscheiden, ob der Winter im Februar nochmals zum Zuge kommt. Bleibt es stabil über Nordeuropa liegen, wird es mit einer östlichen Strömung winterlich-kalt. Kippt es aber schnell wieder ostwärts weg, wird es milder und der Atlantik käme wieder ins Spiel.