Turbulente Westwetterlage übernimmt das Zepter
Sturmtiefs bringen Regen, Wind und milde Luft

06.12.2019: Nach der ruhigen, frühwinterlichen Hochdrucklage wird der Dezember jetzt deutlich turbulenter, denn die Großwetterlage stellt sich ab heute wieder komplett um – eine stramme Atlantikdüse vertreibt die Kaltluft.
Immerhin gab es gestern Morgen in Eiweiler mäßigem Frost von minus 5,9 Grad und tagsüber trat im Dauernebel sogar der erste Eistag der neuen Saison bei einem Maximum von minus 1,3 Grad auf. Doch das bisher wetterbestimmende Hoch SARENA verliert seinen Einfluss und zieht sich nach Südosteuropa zurück, so dass der Atlantik wieder mobil macht und die gut strukturierte Frontalzone auf Mitteleuropa übergreifen soll.
An der Südflanke des steuernden Zentraltiefkomplexes zwischen Island und Skandinavien stellt sich eine kräftige Westwetterlage bei uns ein, mit der bis weit in die nächste Woche in raschen Abständen Sturmtiefs mit Regen, Wind und milder Luft über Deutschland ziehen werden. Durch Kaltluftzufuhr in Richtung Neufundland wird die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik kräftig angeheizt, wodurch die Westwindströmung so richtig in Gang gehalten wird.
So wie es aussieht, wird die tiefdruckgeprägte Großwetterlage bis Monatsmitte anhalten, wobei es ein Pendeln zwischen mild und nass-kalt geben wird, je nachdem ob wir auf der Vorder- oder Rückseite der Tiefs liegen.
Ob der Winter danach seine Chance bekommen wird, hängt maßgeblich davon ab, ob es einen Störimpuls über dem Atlantik in Form eines nach Norden aufwölbenden Hochkeils geben wird, der die Westdrift blockieren könnte.
Zuerst muss sich also das Westwindwetter voll austoben, erst dann ergeben sich nach der Monatsmitte Optionen auf kältere Varianten – vielleicht mit dem ersten Wintereinbruch, sollte die Strömung nachhaltig auf Nord kippen.
Eingeleitet wird der Wetterumschwung heute im Tagesverlauf durch Tief QUENTIN, das von Schottland nach Norwegen wandert. Dabei ist es zunächst neblig-trüb, dann frischt der Wind auf und es ziehen dichte Wolken auf, die ab dem Nachmittag Regen bringen, wenn die Kaltfront des Tiefs von Nordwesten das Saarland erreicht. Zwar steigen die Temperaturen allmählich auf 2 bis 4 Grad an, doch besteht anfangs durchaus noch Glatteisgefahr auf den kalten Böden.
Am Samstag ist es stark bewölkt und letzte Schauer ziehen vormittags ab. Bei einem böig auffrischenden Südwestwind steigen die Temperaturen auf 7 bis 9 Grad.
Die Ausläufer des nächsten Tiefs RUDI erreichen uns am Sonntag mit zeitweiligem Regen, später gibt es Schauerwetter und bei einem frischen bis starken Wind werden sehr milde Luftmassen zu uns gelenkt, die für Höchstwerte um 11 Grad sorgen.
Am Montag ziehen schauerartige Regenfälle durch, es ist sehr windig bis stürmisch bei Temperaturen um 8 Grad. Eine kurze Wetterberuhigung verspricht der Dienstag, denn ein Zwischenhochkeil wandert in der Westströmung ostwärts und es gibt einige Auflockerungen, ehe bis zum Abend bereits das nächste Tief mit Regen vor der Tür steht. Mit Temperaturen von 5 bis 7 Grad wird es kurzzeitig etwas kühler.
Von Mittwoch bis zum dritten Advent bleibt es sehr unbeständig mit häufigen Regenfällen, Aufhellungen sind selten und es bleibt mild bei 6 bis 10 Grad. Der Wind weht weiter sehr lebhaft mit starken bis stürmischen Böen.
Der zu Ende gegangene November verlief bei einem Mittelwert vom 5,4 Grad um 1,1 Grad zu mild und die Regenmenge übertraf mit 91,4 Liter auf den Quadratmeter um 4 Prozent ihr Soll.
Der Herbst zeigte sich zum Ausgleich der Trockenheit des Sommers sehr regenreich, denn mit einer Summe von 359 Liter pro Quadratmeter wurde in Eiweiler ein Überschuss von fast 50 Prozent erreicht – das Saarland war übrigens das regenreichste Bundesland in diesem Herbst.