Gluthitze beschert neue Allzeit-Temperaturrekorde
Gewitter vertreiben am Wochenende die extreme Hitze

26.07.2019: Die extreme Hitzewelle mit einer atemberaubenden Rekordjagd, bei der neue Hitzerekorde nur noch einen Tag gültig sind, hat gestern ihren Höhepunkt erreicht.
Hoch YVONNE sorgte dabei für einen historischen Temperaturrekord. Noch nie zuvor war es in Deutschland seit Beginn flächendeckender Messungen so heiß wie am Donnerstag in Lingen im Emsland, wo mit unfassbaren 42,6 Grad ein neuer Allzeit-Rekord aufgestellt wurde. Dabei wurde erst am Mittwoch in Geilenkirchen mit 40,5 Grad der bisherige Hitzerekord für Deutschland von 40,3 Grad, der am 4. Juli 2015 in Kitzingen aufgestellt wurde, gebrochen – allerdings war er nur einen Tag gültig!
Dass diese Hitzewelle historische Dimensionen erreicht hat und Wettergeschichte schreibt, zeigt die Tatsache, dass im Westen Deutschlands flächendeckend neue Allzeit-Rekorde an den Wetterstationen aufgestellt wurden – zahlreiche Orte meldeten 40 Grad und mehr.
Auch im Saarland hat diese mediterrane, wüstenhafte Gluthitze die Spitzenwerte aus dem Jahrhundert-Sommer 2003 in den Schatten gestellt: In Saarbrücken-Burbach kletterte das Thermometer auf den Rekordwert von 40,2 Grad. Auch an meiner Wetterstation Eiweiler wurde mit 39,0 Grad der bisherige Rekord von 38,5 Grad aus dem August 2003 gebrochen.
Ein Ende der Hitze ist jetzt aber in Sicht, denn Gewitter vertreiben am Wochenende die Heißluft und leiten eine erfrischende und willkommene Abkühlung mit einem ordentlichen Temperatursturz ein.
Zum Monatswechsel und Start in den August bleibt es sommerlich warm, eine nachhaltige Wetterumstellung ist vorerst nicht zu erwarten, so dass die Trockenheit nicht beendet wird. Die zu erwartenden Gewitter können lediglich zur Linderung der großen Dürre beitragen.
Verantwortlich für die Hitze in dieser Woche war eine so genannte Omega-Wetterlage, bei der ein umfangreicher Höhenkeil von Nordafrika bis zum Nordkap reichte, der jeweils westlich und östlich von Höhentrögen flankiert wurde, so dass sich eine stabile Großwetterlage einstellen konnte. Zwischen dem kräftigen Hoch YVONNE mit Kern über der Ostsee und tiefem Luftdruck über dem Ostatlantik strömte dabei die sehr heiße Luft aus Südeuropa weit nach Norden.
Heute ist es sonnig mit dünnen Schleierwolken, im Tagesverlauf wird die Luft mit Annäherung der Tiefdruckrinne über Frankreich labiler und es bilden sich Quellwolken, die bis zum Abend für erste Hitzegewitter sorgen können. Mit Höchstwerten um 37 Grad wird es nochmals extrem heiß, der Ost- bis Südost frischt böig auf. In der Nacht und morgen zieht Tief VINCENT mit einer Tiefdruckrinne aus Südwesten herein. Bei wechselnder Bewölkung müssen wir morgen mit kräftigen Schauern und Gewittern bei Unwettergefahr durch Starkregen rechnen. Mit Temperaturen um 27 Grad wird es schwül.
Am Sonntag bleibt der Tiefdruckeinfluss über Deutschland erhalten, es ist wolkig bis stark bewölkt und es gibt weitere gewittrige Regengüsse. Aus Westen fließt frische Atlantikluft ein, die Temperaturen gehen auf 21 bis 23 Grad zurück. Nach drei tropischen Nächten, an den die Temperaturen nicht mehr unter 20 Grad gesunken war, können wir ab der Nacht zum Sonntag endlich wieder durchatmen und ordentlich lüften.
Unter Zwischenhocheinfluss kommt es am Montag zu Wetterberuhigung, es wird wolkig mit Aufheiterungen und ist trocken bei angenehmen Höchstwerten um 24 Grad.
Am Dienstag und Mittwoch bringt ein Tiefausläufer zum Monatswechsel einige Schauer oder Gewitter bei Temperaturen um 26 Grad. Die zweite Wochenhälfte gestaltet sich zum Start in den August leicht wechselhaft mit einer warmen Südwestströmung. Bei einem Wechsel aus Sonne und Quellwolken kann es ab und zu Blitz und Donner geben, es bleibt sommerlich warm mit 24 bis 27 Grad.