Kein Ende der Trockenheit in Sicht
Droht ein neuer Dürre-Sommer?

05.07.2019: Das Monatsende bescherte am Sonntag den Höhepunkt der extremen Hitzewelle, als der erst wenige Tage zuvor aufgestellte, deutschlandweite Juni-Rekord schon wieder gebrochen wurde: Mit 39,6 Grad wurde am Sonntag in Bernburg an der Saale die höchste Juni-Temperatur in Deutschland gemessen. Auch in Eiweiler wurde mit 36,4 Grad ein neuer Rekord der Messreihe für den Juni erreicht – der vorherige Rekord wurde ebenfalls erst mittwochs zuvor aufgestellt!
Der zu Ende gegangene, wirklich historische Juni war in Deutschland im Flächenmittel der absolut wärmste und sonnigste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Im saarlandweiten Mittel bleibt jedoch der Juni 2003 unangefochtener Rekordhalter – das zeigt auch das Temperaturmittel des Juni von Eiweiler mit 19,6 Grad, welches 0,3 Grad unter dem Juni-Rekord 2003 lag, jedoch um beachtliche 4,0 Grad wärmer als üblich war. Beim Sonnenschein wurde mit 290 Stunden – einem Überschuss von 42 Prozent - ebenfalls der zweite Platz hinter Juni 2003 erreicht. 10 Heiße Tage ab 30 Grad bedeuten den Spitzenplatz für den Juni innerhalb der Messreihe. Aufgrund der mediterran geprägten Witterung war Regen Mangelware, und so fiel mit 24,5 Liter auf den Quadratmeter nur ein Drittel des Monatssolls.
Die große Trockenheit wird immer mehr zum Problem und kann sich in nächster Zeit noch verschärfen, denn außer einigen Tropfen ist kein flächendeckender Regen in Sicht. Das sind keine gute Nachrichten für Vegetation, Landwirte und Kleingärtner. Die durch die intensive Sonneneinstrahlung enorm hohe Verdunstung in Verbindung mit der jüngsten Hitzeperiode und der trockene Juni haben jetzt schon zu einer extremem Dürre geführt. Sollte sich im Juli nicht bald eine grundlegende Wetterumstellung mit Niederschlägen einstellen, würde uns ein erneuter Dürre-Sommer wie im Vorjahr bevorstehen.
Zum Start in den Juli erlebten wir eine große Zweiteilung in Deutschland, denn Tief NASIR über Skandinavien sorgte für einen kühlen und maritimen Charakter im Norden, während uns Hoch WINNIE über Irland wolkenloses und sehr warmes Sommerwetter gebracht hat.
Weiterhin zeigt die Großwetterlage das Muster einer gestörten Zirkulation, denn hoher Luftdruck über dem Atlantik und Nordwesteuropa verhindert, dass die atlantische Frontalzone Einfluss auf unser Wetter nehmen und den dringend benötigten Regen liefern kann.
Ab Sonntag deutet sich eine leichte Abkühlung an, wenn uns ein Höhentrog überquert, der zum Zentraltief PIRMIN gehört, welches vom Baltikum nach Westrussland zieht. In Verbindung mit einer Hochdruckzone westlich der Britischen Inseln fließt mit einer nördlichen Strömung frische Nordseeluft ein. Für einige Tage kühlt es etwas ab, bleibt aber immer noch mäßig warm.
Heute ist es sonnig, zeitweise ziehen lockere Wolkenfelder vorüber, und es wird sehr warm bei Höchstwerten um 28 Grad. Am Samstag wandert Tief PIRMIN von Südschweden zur Ostsee, während wir noch unter Hochdruckeinfluss liegen, wobei sich vorderseitig der Kaltfront des Tiefs die Warmluftzufuhr nochmals verstärkt. Dabei ist es heiter, ab Mittags auch bewölkt und der Südwestwind frischt böig auf bei 28 bis 30 Grad.
In der Nacht zu Sonntag überquert uns die kaum wetteraktive Kaltfront und bringt höchstens etwas Regen oder ein paar wenige Tropfen. Tagsüber ist es am Sonntag wolkig mit Aufheiterungen und trocken bei Temperaturen um 22 Grad.
Der Wochenbeginn zeigt sich teils heiter, teils wolkig und weiterhin trocken, in der Nordwestströmung werden 19 bis 22 Grad erreicht.
Ab Wochenmitte dehnt sich das neue Hoch XANDRA bei England wieder nach Mitteleuropa aus und sorgt für eine Erwärmung. Bei einer Mischung aus Sonnenschein und Wolken ist es mit 23 bis 26 Grad sommerlich warm. Für alle Hobby-Gärtner ist weiterhin reichlich Gießen angesagt.