Der Winter fährt Achterbahn
Nach Dauerfrost kurzes Tauwetter ehe wieder Schnee fällt

25.01.2019: Der Winter hat sich in dieser Woche bei uns so richtig eingenistet. Seit Sonntag herrscht Dauerfrost, und immerhin zwei herrliche sonnige Wintertage zum Vitamin D-Tanken waren uns vergönnt, ehe in der Nacht zu Mittwoch das Tief JANNO mit etwas Schnee für eine weiße Überzuckerung der Landschaft mit einer 1 Zentimeter dünnen Schneedecke gesorgt hat.
Am Wochenende wird es jetzt turbulent, weil Atlantiktiefs Schwung in die Wetterbude bringen und die Dauerfrostperiode vorerst beenden.
Den Anfang macht Nordmeertief LASZLO, das milde Azorenluft im weiten Bogen über die Britischen Inseln zu uns lenkt und mit Tauwetter für eine kurze Winterpause verantwortlich ist.
Ihm folgt rasch das Sturmtief MARTIN nach, zuerst mit viel Wind und Regen, ehe der Winter zu Wochenbeginn wieder mit Macht zurückschlägt, wenn an der Westflanke des Tiefs maritime Polarluft angezapft wird. So verläuft der Monatswechsel sehr unbeständig unter kräftigem Tiefdruckeinfluss über ganz Mitteleuropa. Es kommt dabei zu häufigen Niederschlägen, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bei schwankender Schneefallgrenze mal als Schnee, Schneeregen oder kurzzeitig auch als Regen fallen. Insgesamt geht der Januar nass-kalt bis winterlich zu Ende.
Derweil sammelt sich über Russland und Skandinavien immer mehr sibirische Kaltluft. Es ist durchaus möglich, dass dieses große Kaltluftreservoir bei entsprechender Großwetterlage zu Beginn des Februars angezapft werden könnte. Sollte diese eisige Frostluft auf direktem Wege Mitteleuropa erreichen, so wäre im Februar eine richtige Kältewelle mit strengen Frösten möglich – ähnlich wie zuletzt im Februar 2012, als die Temperaturen in der ersten Monatshälfte in Eiweiler bis minus 15 Grad gesunken waren.
Heute herrscht zunächst noch trockenes und ruhiges Winterwetter im Bereich einer sich abschwächenden Hochdruckbrücke zum Hoch BRIGIDA mit Kern über Westrussland, ehe gegen Abend die Warmfront von Tief LASZLO den Wetterwechsel ankündigt.
Es ist teils wolkig, teils hochnebelartig-trüb mit kurzen Aufhellungen bei Höchstwerten von minus zwei bis null Grad. Abends setzt von Nordwesten her leichter Schneefall ein. Im Verlauf der Nacht sickert langsam mildere Luft ein, der Schnee kann bis zum Morgen teils in gefrierenden Regen mit Glatteisgefahr übergehen. Auffrischender Südwestwind sorgt für die nötige Durchmischung, um die bodennahe Kaltluftschicht auszuräumen, es setzt somit Tauwetter ein. Tagsüber ist es morgen bedeckt und zeitweise regnet es leicht bei Milderung auf plus zwei bis vier Grad.
Am Sonntag zieht rasch Sturmtief MARTIN von den Britischen Inseln zur Nordseeküste und bringt Regenfälle bei einem frischen bis starken Wind. Die Höchstwerte steigen bis 5 Grad, bevor mit Winddrehung auf West bis Nordwest abends wieder kältere Luft einströmt und die Niederschläge teils wieder als Schneeregen oder Schnee fallen, wenn die Temperaturen bis zum Gefrierpunkt sinken.
Am Montag bestimmt im Bereich des Tiefzentrums, das über Deutschland liegt, labile Höhenkaltluft unser Wetter mit schauerartigen Schneefällen bei null bis zwei Grad und es bleibt windig.
Tiefer Luftdruck nistet sich an den Folgetagen bis zum Monatswechsel über Mitteleuropa ein. Dadurch muss bei starker Bewölkung immer wieder mit Niederschlägen gerechnet werden, die bei Temperaturen zwischen minus zwei und plus zwei Grad teils als Schnee oder Schneeregen fallen.
Mützen, Schals und dicke Socken sollten von daher zur Grundausrüstung für die nächste Zeit gehören – auch die Schneeschaufel wird zum Einsatz kommen.
Der Winter wird an den kommenden Tagen mit uns Achterbahn fahren, es bleibt ziemlich winterlich und kalt.